„Tötungshunde,( Was sind Tötungshunde? )

Ein Hund wird gerettet aus einer Tötung, irgendeiner
Tötung, irgendwo… Etwas, das alle erfreut und viele jubeln lässt. Wieder einer, der es geschafft hat…
Geschafft? Was bedeutet das? Und wann hat es ein Hund aus einer Tötung wirklich geschafft?
Hat er es geschafft, wenn er zum Kettenhund wird?
Oder als Rassehund zum Züchter kommt?
Hat er es geschafft, wenn er in ein Hundelager kommt, als einer von vielen?
Hilft es ihm, als Wanderpokal verschiedene Pflege- und/ oder Endstellen zu durchlaufen?
Ist seine Rettung immer ein Gewinn oder beginnt für manchen ein neuer, nur anderer Leidensweg?
Was heißt es, ein Ex-Tötungshund zu sein?
Kaum ein Hund, der in einer Tötung landet, hatte zuvor ein gutes oder schönes Leben, kaum einer war Familienhund. Die meisten von ihnen aber kennen Hunger und Prügel, Misshandlungen und Qual, Angst und Vorsicht, für viele bedeutet der Mensch Gefahr…
Jeder Hund bringt seine Geschichte mit, die ihren traurigen Höhepunkt in einer Tötung findet,
ein neuer Tiefpunkt in einem erbärmlichen Hundeleben…
Es sind die Alten und Schwachen, die Kranken und Behinderten, die überflüssigen Welpen und all die unzähligen Ungewollten, die aufgegriffen oder von ihren Besitzern entsorgt werden…
Sie treffen zusammen an einem Ort des Schreckens und der Pein…
Jede Tötung hinterlässt Spuren bei den Geretteten.
Es sind die Spuren der Angst und Panik, des Aufbegehrens und Verzweifelns, des Aufgebens und Zurückziehens, der Trauer und Resignation, es sind die tiefen Wunden geschundener Hundeseelen…
Was erwartet man von einem Tötungshund?
Realistisch gesehen kann man von einem solchen Hund nichts erwarten. Vielleicht sind sie am ehesten vergleichbar mit hoch traumatisierten Kriegsveteranen, Traumata aber zeigen sich nicht immer sofort…
Tötungshunde sind etwas Besonderes, belastet mit einem schwierigen Leben, dessen Erfahrungen sich im ihrem Verhalten spiegeln, deren innere Verletzungen häufig erst richtig sichtbar werden nach einer langen Zeit der Erholung und des Ankommens.
Es sind Erfahrungen aus Misshandlungen, die sie auf Abwehr und Misstrauen prägten, angstbesetzte Situationen, die sie zum Angriff stimulieren oder vor Angst erstarren lassen…
Tötungshunde brauchen, wenn sie genesen sollen, Gelduld und Vorsicht, Ruhe und Beständigkeit…
Sie brauchen Menschen, die nichts von ihnen erwarten…, aber bereit sind fast alles zu geben…“
Text: copyright E.N

Notfall :Mischu, Pinscher-Mix, geb. ca. 2005, seine Hinterbeine sind gelähmt


Mischu (SH221/15)

Rasse: Pinscher-Mix
Farbe: weiß-grau
Geschlecht: männlich, kastriert
geboren 2005
Größe: 40cm

Kurzbeschreibung:
Notfall – Hinterbeine gelähmt

geeignet für:
Familie mit Haus und Grundstück

ausführliche Beschreibung:
Der kleine Mischu war bereits im Sommer 2015 nach einem Autounfall in ein polnisches Tierheim eingeliefert worden, unfähig zu stehen und zu laufen, wurde er in eine Box gesperrt und seinem Schicksal überlassen. Als wir ihn im November hilflos und schwach vorfanden, war klar, dass wir diesem kleinen Kerl helfen müssen. Auch wenn die Hilfe vielleicht bedeutet hätte, Mischu erlösen zu müssen. Kurzentschlossen nahmen wir Mischu mit nach Deutschland, um ihn hier in der Tierklinik gründlich untersuchen zu lassen.

Leider wurde festgestellt, dass Mischu aufgrund einer Wirbelsäulenverletzung gelähmt ist und nie wieder wird laufen können. Wir mussten entscheiden, ob für Mischu ein Weiterleben lebenswert ist. Mischu nahm uns diese Entscheidung ab, denn jeden Tag, den er länger bei uns war, zeigte uns der kleine Opi – er will leben. Er nahm am Tierheimleben teil, wurde von Tag zu Tag mobiler, fing an Muskulatur vor allem in den Vorderbeinen aufzubauen und nach kurzer Zeit lief er bereits fröhlich in seinem Rollwagen, den wir glücklicherweise noch aus Spenden hier hatten.

Die Pflege des kleinen Mischu ist natürlich aufwendiger als bei einem gesunden Hund. Er muss Windeln tragen, da er sein Pipi nicht immer unter Kontrolle hat. Sein Zimmer wird mit Decken ausgelegt, damit er seine Beinchen nicht wund scheuert, wenn er durch die Gegend robbt. Aber am liebsten ist Mischu in seinem Rollwagen, dann flitzt das Männlein durch die Natur und es gibt für ihn kein Hindernis.

Mischu ist unendlich lieb und liebt Menschen über alles. Am liebsten liegt er stundenlang in unseren Armen und lässt sich kuscheln. Er ist so ein anhänglicher, lebensfroher und liebenswürdiger kleiner Kerl. Ihn aufgrund seiner Behinderung einzuschläfern, kommt gar nicht in Frage.

Wir wissen, dass es fast aussichtslos ist, für Mischu ein Zuhause zu finden, aber wir wollen es nicht unversucht lassen. Vielleicht gibt es ja irgendwo Menschen, die sich mit Rolli-Hunden auskennen, die ein liebevolles Plätzchen und vor allem die Zeit für die Pflege von Mischu haben.

Gerne geben wir Mischu samt seinem Rolli zur dauerhaften Pflege ab.

Mehr Bilder und Kontaktformular: http://db.tierschutzliga.de/?ID=3705
Tierschutzligadorf
c/o Dr. Annett Stange
Ausbau Kirschberg 15
03058 Neuhausen / Spree
Telefon: 035608 / 40124
Webseite: www.tierschutzligadorf.de
E-Mail: info@tierschutzligadorf.de

Sir – stolzer Schäferhund taub! Rüde geb. 10/2009, 65 cm, geimpft, entwurmt, geschippt, EU Heimtierpass, versteht sich gut mit kl. Hunden, sucht ein ruhiges Zuhause.

Sir kommt aus Rumänien und hat eine traurige Geschichte: Der Sohn einer unserer aktiven Hunderetter saß eines Tages beim Angeln, als Sir kam, sich auf die Angelköder stürzte und sie gierig fraß: Mais und Würmer. Der abgemagerte Sir war völlig ausgehungert. Nachforschungen ergaben, dass Sir dem Besitzer des Sees gehörte und diesen bewachen sollte. Da Sir von Geburt an taub ist, eignete er sich nicht für diese Aufgabe. Daraufhin fütterte der Besitzer ihn nicht mehr und Sir sollte verhungern. Selbst die angebotene Hilfe, dem Mann für Sir Futter zu geben, bis wir einen Platz für Sir gefunden hätten, wurde nicht angenommen. Begründung: Wer nicht arbeitet, bekommt auch nichts zu fressen!
Daraufhin wurde er in Rumänien notdürftig untergebracht und vor allem aufgepäppelt. Gutes Futter und Zuwendung taten ihm sichtlich gut und er blühte schnell auf und erholte sich. Und er dankte es mit einem anhänglichen und freundlichen Wesen.
Inzwischen ist Sir in Deutschland auf einer Pflegestelle mit vielen anderen Hunden, mit denen er sich arrangiert hat und auch mit ihnen spielt. Besonders die kleinen Hunde haben es ihm angetan. Er mag „seine“ und auch alle anderen Menschen. Auch wenn Sir kein ganz junger Hund mehr ist, so liebt er ausgedehnte Spaziergänge mit kleinen Sprinteinlagen. Dann ist er ein glücklicher Hund. Im Haus ist er unauffällig und eher ruhig. Er kann allein bleiben und fährt problemlos im Auto mit.

Für diesen Riesenschatz suchen wir wegen seiner Taubheit ein eher ruhiges Zuhause. Sir sollte aber aufgrund seines Alters aber nicht unterschätzt und regelmäßig bewegt werden.
Sir befindet sich in 82392 Habach.

Unkostenbeitrag bei Übernahme: 290 Euro
Kontakt: info@sos-strassentiere.de, 030/64398040 oder 0175/8093466

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