von HENDRIK PUSCH und PETER KÄSMACHER
Wir sehen eine Frau, die sich auf dem Bürgersteig wälzt. Sie schlägt die Hände vors Gesicht, weint. Weil sie ihren Hund stundenlang im Auto zurückließ. Das Tier starb den Hitzetod.
Das Hundedrama am Blaubach: Mehr als zwei Stunden war der Weimaraner im Auto eingesperrt. Sein Kreislauf verkraftete die schwüle Luft nicht. Auch ein Jack-Russel-Terrier war im Auto. Er überlebte sehr geschwächt.
Aufmerksame Passanten hatten die Hunde jaulen gehört und den Notruf betätigt. Die Vierbeiner waren noch zusätzlich in einer Box eingesperrt, die Fenster des Suzuki waren bereits beschlagen. Die Feuerwehr fackelte nicht lange, schlug erst die Seitenscheiben, dann die Heckscheibe ein.
Den Jack Russel brachten die Retter zum Tierarzt. Er war apathisch, bekam Infusionen. Für den grauen Weimaraner kam jede Hilfe zu spät. Die Polizei sperrte den Fußweg ab.
Der Notruf bei der Polizei ging um 13.30 Uhr ein. Erst eine Stunde später kam das Frauchen zu ihrem Auto zurück. Da lag ihr Weimaraner schon tot unter einer gelben Decke, nur die Pfoten ragten noch heraus.
Um 11 Uhr war die Euskirchenerin (40) zu einem Termin gegangen. Da ging es ihren beiden Hunden noch gut. „Wie kann ich nur so blöd sein“, rief die Halterin immer wieder.
„Die Hundehalterin erwartet eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz“, so Polizeisprecherin Cathrine Maus zum EXPRESS.
Immer wieder rückt die Polizei bei eingesperrten Hunden aus. „Man sollte Hunde grundsätzlich nie im Auto zurück lassen“, so die Polizistin, „und wenn, dann höchstens eine Stunde und mit ausreichend Wasser.“ Außerdem sollten die Autofenster immer ein Stück geöffnet sein.
(Den letzten Satz finde ich sehr fraglich!)
Pressemitteilung des BMT vom 24.07.2009:
Auto – tödliche Falle bei Hitze! bmt appelliert an Hundehalter, ihre Tiere nicht in abgestellten Fahrzeugen zurückzulassen
Berlin, 26.05.2009. Nachdem in den vergangenen Tagen bundesweit zahlreiche Hunde einem qualvollen Hitzetod zum Opfer gefallen sind, appelliert der Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V. (bmt) an alle Hundehalter, ihre Hunde bei sommerlichen Temperaturen nicht in abgestellten Fahrzeugen zurückzulassen.
„Es ist für uns unbegreiflich, dass noch immer Hunde ihr Leben wegen der Ignoranz und Uneinsichtigkeit ihrer Besitzer lassen müssen“, empört sich Dr. Jörg Styrie, Vorsitzender des bmt. „Verantwortungsvolle Hundehalter setzen ihre Vierbeiner keinen unnötigen Leiden oder gar dem Hitzetod aus und lassen sie bei den derzeitigen Temperaturen nicht in parkenden Autos zurück!“
Hunde können nur über die Schweißdrüsen an ihren Zehen schwitzen. Ihre Körpertemperatur regulieren sie durch Hecheln. Dabei befeuchten sie ihre Zunge, um den Verdunstungsprozess zu verstärken. Bei einer hohen Außentemperatur, wie dies in einem überhitzten Auto der Fall ist, können sie ihren Körper nicht mehr kühlen. „Die Hunde geraten in eine Stresssituation, die schließlich zum Hitzschlag oder Kreislaufversagen führen kann“, erläutert Dr. Jörg Styrie.
An Hitzetagen sollten Hunde auch nicht kurzfristig im Auto zurückgelassen werden. Selbst geöffnete Fenster oder Schiebedächer nützen den Tieren bei diesen Temperaturen nur wenig. Im Innern des Fahrzeugs können schnell bis zu 60 Grad Celsius erreicht werden, und das Auto verwandelt sich für den Hund in eine tödliche Hitzefalle. „Weil die Sonne im Lauf des Tages wandert, können sich sogar Schattenplätze sehr schnell zu einem Glutofen entwickeln“, warnt Dr. Styrie.
Der bmt weist darauf hin, dass Hundehalter, die ihr Tier bei hohen Außentemperaturen im Auto zurücklassen nicht nur verantwortungslos handeln, sondern auch gegen das Tierschutzgesetz verstoßen und mit einer Geldbuße oder in besonders schweren Fällen sogar mit Freiheitsentzug rechnen müssen. Passanten, die ein Tier in einem überhitzten Auto entdecken, sollten umgehend die Polizei rufen, um den Wagen öffnen zu lassen.
Darüber hinaus rät der bmt Tierhaltern, bei sommerlichen Temperaturen ausgedehnte Spaziergänge und Aktivitäten mit dem Hund in die frühen Morgen- und Abendstunden zu verlegen. Freigehege von Kleintieren sollten im Schatten stehen. Weidetiere, wie Pferde oder Rinder sollten die Möglichkeit erhalten, jederzeit schattige Plätze aufzusuchen. Grundsätzlich gilt für alle Tiere, dass ihnen immer ausreichend frisches Wasser zur Verfügung stehen muss.